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Die Wurzeln der Instrumentalmusik
liegen in Kartitsch schon über 200 Jahrezurück. Damals wurde
hauptsächlich zu kirchlichen Anlässen gespielt. Die damalige
Besetzung mutet für heutige Verhältnisse recht sonderbar an und
reichte von Geigen, Klarinetten, Naturtrompeten bis zu Fagott
und Orgel.
Mit den Militärkapellen zur Zeit Napoleons kam eine neue Art von
Musik in unsere Gegend. Märsche erklangen und die ersten
Ouvertüren waren zu hören. Inspiriert von diesem neuen
Betätigungsfeld begannen die Kirchenmusiker von einst,
begeistert weltliche Musik zu spielen.
Die Musikbanden von damals hatten nicht die Struktur eines
Vereins, sondern waren bunt zusammen gewürfelte Haufen von
begeisterten Musikern.
Einer jener engagierten Menschen in unserem Ort war Karl
Kammerlander (1751-1824).
Er ist der erste nachweisbar erfolgreiche Vertreter der
Instrumentalmusik in Kartitsch. Als erster eigentlicher
Kapellmeister gilt jedoch Lehrer Josef Trojer.
Ihm folgten dann in den nächsten sieben Jahrzehnten fast
ausschließlich Lehrer, welche meist auch als Organisten und
Chorleiter tätig waren.
Anfang dieses Jahrhunderts wurde die erste Uniformierung
eingeführt. Diese bestand aus einem weißen Strohhut mit grüner
Schnur.
Die erste Ausrückung der Musikkapelle außerhalb der Gemeinde war
am 16. August 1898 nach Obertilliach, und in den darauf
folgenden Jahren wurden Reisen nach Bozen und Wien unternommen.
Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges im Jahre 1914, umrahmte
die Kapelle sämtliche kirchlichen und weltlichen Feste in
Kartitsch.
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Erste
Gesamtaufnahme der Musikkapelle Kartitsch aus dem Jahre
I903

Erste Reihe sitzend von links: Walder Leonhard -
Untergail, Klammer Karl - Unterort, Kofler Leonhard -
Rader, Strasser Josef- Obertöller, Reider Leonhard -
Peterer, Köck Georg - Außerwalcher, Walder Johann -
Hofer.
Zweite Reihe stehend von links: Außerlechner Karl
- Oberort, Oberlohr Christian, Wieser Johann -
Außerdraschl, Außerlechner Johann - Großveider,
Wiedemayr Josef sen. - Schmieder, Außerlechner Josef -
Bodenmessner, Kofler Franz - Aigner, Außerlechner Andrä
- Bodenmessner, Köck Peter sen - Außerwalcher, Wieser
Leonhard - Köcker, Klammer Georg - Obertroy
Dritte Reihe
stehend von links: Köck Peter Angerer, Wiedemavr Josef
jun. - Schmieder, Wiedemavr Ludwig - Schmieder, Moser
Georg – Mattler , Wiedemayr Iohann - Schmieder. Wailder
losef - Hofer, Strasser Georg - Innerlerch
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Kurz nach Ende des 1. Weltkrieges
im Nov. 1918 wurde mit großer Freude und Ausdauer, trotz der
herrschenden Finanznot mit dem Musizieren begonnen.
Der Wunsch nach einer eigenen Tracht konnte im Jahre 1923 durch
die Unterstützung der ganzen Bevölkerung verwirklicht werden,
sodass am Fronleichnamstag die Musikkapelle in der alten
Pustertaler Tracht aufmarschieren konnte. Gleiches galt für die
Anschaffung einer neuen Vereinsfahne im darauf folgenden Jahr.
Im Herbst dieses Jahres trat die Kapelle dem im Frühjahr neu
gegründeten Musikbezirk Oberland bei.
In Hinblick auf das hundertjährige Bestandsjubiläum wurde die
Probenarbeit verstärkt, und so wurde das Fest im Juli 1927 in
musikalischer sowie gesellschaftlicher Hinsicht ein voller
Erfolg.
Musikkapelle Kartitsch im Jahre 1950
Die Zeit des 2. Weltkrieges ging auch an der Musik nicht spurlos
vorüber, und die Musikkapelle zählte im Jahre 1942 nur mehr 15
Mann.
In den Jahren der Nachkriegszeit ging der Aufbau der Kapelle
nach Heimkehr ihrer Mitglieder aus der Kriegsgefangenschaft
schnell vonstatten.
In den frühen 50er Jahren erreichte die Musikkapelle unter
Kapellmeister Josef Strasser ein ähnlich hohes Niveau wie in den
30er Jahren. Zur damaligen Zeit zählte die Kapelle zu den besten
des Bezirkes Lienz.
Nach 7-jähriger Kapellmeistertätigkeit von Josef Riedler wurde
im Jahre 1963 der erst 22-jährige Klarinettist Josef Walder zum
Kapellmeister gewählt.
Eine ungewöhnliche Neuerung brachte das Jahr 1975, denn es
traten dem Verein 4 Mädchen bei.
So war die Musikkapelle Kartitsch die erste Kapelle im Oberland,
die durch weibliche Mitglieder aufgewertet wurde. Eine
Entscheidung, die bald ihre Nachahmer (bis zu den Wiener
Philharmonikern) gefunden hat.
Ein lang gehegter Wunsch unserer Musik, der Bau eines Pavillons,
konnte im Jahre 1976 umgesetzt werden. Rund 1400 Arbeitsstunden
wurden durch die Mitglieder der Musikkapelle und andere
freiwillige Helfer geleistet, wofür wir heute noch sehr dankbar
sind.

Chronik der letzten 20 Jahre
Das Jahr 1977 war geprägt vom
I50-jährigen Bestandsjubiläum. Wie bei allen großen Festen
bedurfte es auch bei diesem einer intensiven Vorbereitung. Dies
galt sowohl für die musikalische, wie auch für die
organisatorische Arbeit durch Kapellmeister Josef Walder und
Obmann Peter Tassenbacher. Diese Anstrengungen wurden durch ein
erfolgreiches und fröhliches Bezirksmusikfest mehr als belohnt.
Musikkapelle Kartitsch bei ihrem
I50-jährigen Jubiläum im Jahre 1977

Erste Reihe von links:
Kollreider Anton -
Mesner, Jungmann Josef, Herrnegger Alois,Schraffl Michael,
Erste Reihe sitzend von links: Strasser Franz, Außerlechner
Josef, Dr. Kollreider Anton, Reider Josef, Wiedemayr Maria,
Walder Margit, Kapellmeister Walder Josef, Walder Resi,
Pramstaller Martha, Walder Jakob, Obererlacher Franz, Klammer
Alois, Kollreider Anton sen.
Erste Reihe stehend von links: Wieser Philomena, Wieser Anton,
Sint Rosmarie, Kofler Peter sen., Außerlechner Leonhard,
Strasser Josef, Ebner Josef, Köck Georg, Walder Leonhard,
Außerlechner Andrä, Moser Georg
Zweite Reihe stehend von links: Walder Christian, Außerlechner
Peter, Kofler Josef, Kofler Franz, Mloser Josef, Lusser
Engelbert, Wiedemayr Ludwig sen., Geiler Anton, Wiedemayr Ludwig
jun., Außerlechner Karl, Köck Peter jun., Außerlechner Klaus
Letzte Reihe von links: Riedler Anton, Pramstaller Alfred,
Obmann Tassenbacher Peter, Egger Franz, Köck Peter sen.,
Strasser Franz, Moser Josef, Herrnegger Leonhard, Kofler
Leonhard, Ebner Hansjörg
Dass die Musikkapelle nicht nur bis 1500 m Seehöhe, sondern weit
darüber hinauf ihren Einsatzbereich hat, bewies sie spätestens
mit der musikalischen Umrahmung der Messfeier anlässlich der
Einweihung des Europa Kreuzes auf der Großen Kinigat im Jahre
1979. Die Abhaltung dieser Bergmesse im Spätsommer hat sich bis
heute erhalten, und es kann durchaus vorkommen, dass die Musik
fast vollzählig daran teilnimmt.
Bei der Betrachtung unserer Kapelle fällt mit Sicherheit das
sehr niedrige Durchschnittsalter der Musikantinnen und
Musikanten auf. Die Wurzeln dafür liegen in den 70er und 80er
Jahren, in denen besonders die Jungmusikerausbildung durch die
Vereinsführung gefördert wurde. Hier ist im besonderen
Kapellmeister Josef Walder zu erwähnen.
Mitte der 80er Jahre begann man mit Konzerten im In- und Ausland
für unsere Heimatgemeinde musikalisch zu werben, waren dies
Konzertreisen nach Goldau - Schweiz, Wolnzach - Bayern,
Loipersdorf Steiermark.. Viele persönliche Freundschaften sind
diesen Reisen entsprungen und werden bis heute gepflegt.
I985 gab Kapellmeister Josef Walder nach mehr als 22-jähriger
erfolgreicher Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen den
Taktstock an Leopold Kollreider aus Anras weiter.
Auch die Obmannstelle wurde von Peter Tassenbacher an Josef
Jungmann übertragen. An das Jahr 1987 werden wohl einige
Musikanten mit gemischten Gefühlen zurückdenken. In diesem Jahr
feierte man das I60-jährige Bestehen. Ein Teil des
Bezirksmusikfestes fiel jedoch dem schlechten Wetter zum Opfer.
Nach 5-jähriger Tätigkeit von Kapellmeister Kollreider, der
zwischen Anras und Kartitsch pendeln musste, fand eine
Kapellmeister-Hofübergabe statt.
Der junge Kartitscher Fachschullehrer Peter Außerlechner, vlg.
Oberkanter, trat beim traditionellen Osterkonzert seine
Nachfolge an.
Kapellmeister-Taktstockübergabe
1991
Seit 1991 leitet nun Peter
Außerlechner unsere Kapelle, und als Obmann steht ihm seit 1995
Christian Walder, vlg. Obergail, zur Seite.

Obmann Josef Jungmann mit „seinen" Kapellmeistern Leopold
Kollreider, Peter Außerlechner und Josef Walder.
Aus dem Vermächtnis dieser großartigen Tradition heraus und im
Wissen um die Bedeutung der Blasmusik für die Gesellschaft und
Kultur in unserem Dorf begehen wir im Jahre 1997, bereits das
I70-jährige Bestandsjubiläum.
180 Jahre Bundesmusikkapelle
Kartitsch
Die Musikkapelle Kartitsch feierte
im Jahr 2007 ihr
180-jähriges Bestandsjubiläum
und
gleichzeitig das Musikfest für dem Musikbezirk Osttiroler
Oberland
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